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Das müend ier eifach gläse ha!!!
ALS WIR in Tunesien ankamen, begrüsste uns die Reiseleiterin scherzhaft mit den Worten: "Willkommen in Marokko." Alle lachten mit Ausnahme eines Ehepaares. Die Frau drehte sich zu ihrem Mann und schlug mit der Handtasche auf ihn ein. "Ich hab' dir ja gleich gesagt, dass wir ins falsche Flugzeug gestiegen sind!" schrie sie ihn an.
MEIN GROSSVATER beauftragte drei Männer, die in seinem Garten Orangenbäume pflanzen sollten: einen für den Erdaushub, einen für das Einsetzen der Bäume und den dritten für das Zuschaufeln der Löcher. Als er sich am nächsten Tag den Fortgang der Arbeit ansehen wollte, war er wie vom Donner gerührt. Kaum hatte der eine Mann ein Loch gegraben, schaufelte es der andere wieder zu. "Was soll das?" erkundigte er sich. "Wir machen nur unsere Arbeit", antworteten die Männer. "Was können wir dafür, dass der Mann, der die Bäume einsetzten sollte, nicht gekommen ist!"
ALS MENE Freundin Carol ihr erstes Kind erwartete, musste ihr Mann auf eine zweiwöchige Geschäftsreise gehen. Beim nächsten Termin hatte sie verschiedene Fragen an ihren Arzt. «Mein Mann möchte gerne wissen ... », fing sie an. Der Arzt unterbrach sie. «Das werde ich immer wieder gefragt», sagt er er in beruhigendem Ton. «Sie brauchen Ihr Sexualleben bis kurz vor der Niederkunft nicht zu ändern.» «Das wollte er gar nicht wissen», bekannte Carol verlegen, «sondern ob ich den Rasen noch mähen kann.»
UNSERE SCHWIEGERTOCHTER Anna und unser Sohn Harry nehmen jedesmal, wenn sie mit dem Boot hinausfahren, ihre Hündin Zelda mit. Zelda ist eine Promenadenmischung aus dem Tierheim, aber da sie auffällige Merkmale hat, fragt man Anna und Harry oft nach der Rasse. «Bulgarischer Wieselhund», erwidern sie dann aus Jux. Einmal hatte ihr Boot neben einer Jacht festgemacht. Eine Frau an der Reling blickte auf Anna und Zelda hinunter, die sich an Deck sonnten. «Was ist das für ein Hund?» fragte sie. Wie üblich antwortete Anna: «Ein bulgarischer Wieselhund.» «Aha», tönte es von oben, «dachte ich's mir doch.»
WÄHREND ich in dem Coiffeursalon, in dem ich arbeite, eine ältere Dame bediente, sprachen wir übers Altwerden. «Eines der grössten Probleme ist, dass die Freunde wegsterben», sagte sie. «Aber zum Glück», fügte sie mit einem Augenzwinkern hinzu, «erwischt es auch die Feinde.»
BEI EIINER TRAUUNG im Hochsommer hörten wir in der drückenden Hitze einer winzigen Kirche den langatmigen Ausführungen des Geistlichen zu. Mein Mann zog sein Jackett aus, um sich etwas Kühlung zu verschaffen. Dann lockerte er die Krawatte und knöpfte seine Weste auf. Schliesslich legte er auch sie ab. Kurz darauf löste er die Manschettenknöpfe, um sich die Ärmel hochzukrempeln. Dabei zog er die Aufmerksamkeit des Geistlichen auf sich. Dieser räusperte sich und beendete eiligst seine Ansprache. Beim Verlassen der Kirche klopfte eine ältere Dame meinem Mann auf die Schultern mit den Worten: «Gut gemacht, junger Mann. Haben Sie etwas dagegen, wenn ich Ihren Trick am nächsten Sonntag anwende?»
BElM BETRETEN des Supermarkts sah ich, dass es nur noch zwei freie Einkaufswagen gab. Leider waren sie so ineinander verkeilt, dass sie aussahen wie einer. Eine Frau, die nach mir gekommen war, zog an dem einem Wagen, während ich den anderen am Griff festhielt - doch umsonst. Dann hielt sie fest, und ich versuchte die Wagen auseinanderzuzerren. Eine Frau, die gerade die Kasse passiert hatte, kam auf uns zu. «Sie brauchen sich nicht um den Wagen zu streiten», meinte sie. «Meiner ist jetzt frei.»
ALS WIR auf einer Japanreise den Daisen-Tempel besuchten, gingen wir einen gepflegten Steingarten entlang und sahen plötzlich einen Mönch vor uns auf dem Weg sitzen. Mit tief gebeugtem Kopf und verschränkten Beinen verharrte er reglos bei einem Pfeiler, anscheinend in Meditation versunken. Wir wollten zum östlichen Teil des Tempels, hatten jedoch Hemmungen, den Mönch zu stören. Auf den Zehenspitzen drückten wir uns an ihm vorbei; da erblickten wir in seinem Schoss ein kleines Transistorradio, aus dem die unverkennbaren Geräusche einer Sportübertragung ertönten.
NACH DEM College-Abschluss konnte ich mir nicht sofort ein Auto leisten. Deshalb lieh ich mir von meinem Bruder, einem Automechaniker, eine alte Karre, deren Motor aber noch gut war. Die Karosserie bestand fast nur aus Beulen, die Farbe blätterte ab, und die Stossstangen waren verrostet - doch sie erfüllte ihren Zweck. Als ich eines Morgens das Haus verliess, sah ich eine junge Frau völlig verzweifelt an einem Auto stehen, das neben meinem parkte. «Was ist los?» fragte ich. «Ich habe den Wagen da angefahren», antwortete sie, «aber ich weiss nicht, wo.»
ICH ARBEITETE erst ein paar Tage in dem Alterspflegeheim, als ich die geistig schon etwas verwirrten Senioren in den Speisesaal begleiten sollte. Ein alter Herr stand auf und ging auf eine verschlossene Tür zu. «Pflegerin», sagte er, «würden Sie mir bitte aufschliessen? Ich muss gehen.» «Möchten Sie den nichts essen?» fragte ich. «Doch, doch, ich esse zu Hause.» «Bleiben Sie doch bitte hier, und essen Sie mit uns zu Mittag», sagte ich, nahm seinen Arm und geleitete ihn in den Speisesaal. Als uns eine Ordensschwester begegnete, rief sie: «Ah, Herr Pfarrer, Sie sind noch hier? Ich hätte Sie gern kurz gesprochen.» Der Mann, den ich am Arm hielt, war der Kaplan. «Ich danke Ihnen für den netten Spaziergang», sagte er und nickte freundlich. Ich wurde rot wie eine Tomate!
ICH GING in eine Tierhandlung, um einen Aquariumfilter zu kaufen. Ausserdem wollte ich eine Silberkarausche, aber alle Exemplare sahen gleich aus, und so ging ich nur mit dem Filter zum Ausgang. Über der Kasse befand sich ein Gefäss mit einer einzigen Silberkarausche. Die Karte daneben verkündete ihren Namen: Wanda. Ich vermutete, sie sei etwas Besonderes und deshalb nicht verkäuflich. Sehnsüchtig starrte ich sie an, während der Kassierer den Filter eintippte. «Brauchen Sie sonst noch etwas?» fragte er. «Wanda ist wohl nicht zu haben?» erkundigte ich mich. «Aber natürlich», antwortete er und nahm das Gefäss herunter. «Tatsächlich?» «Klar doch», grinste er augenzwinkernd. «Wanda verkaufe ich tagtäglich.»
ALS ICH im Sommer mit Freunden in einem Strassencafé sass, nahm einer von ihnen seine alte schwarze Ledergeldbörse und klebte sie zum Scherz auf dem Trottoir fest. Wir amüsierten uns köstlich über die Passanten, die sich nach der Geldbörse bückten und dann mit rotem Kopf aufgaben. Zuletzt kam ein Stadtstreicher. Er öffnete schliesslich das Portemonnaie, entnahm ihm einen Zwanzigmarkschein, den mein Freund in der Aufregung vergessen hatte, und ging fröhlich weiter.
MEINE FRAU, eine Krankenschwester, machte immer viel Aufhebens um jeden kleinen Kratzer, den ich mir beigebracht hatte. Unlängst allerdings merkte ich, dass die Flitterwochen vorbei sind. Ich wollte den Ventilator auf unserem Dachboden reparieren. Als ich auf einer Leiter nach oben stieg, knallte ich mit der Stirn gegen einen Balken. Beim Herumkriechen auf der Bühne stiess ich mir Splitter in beide Hände, beim Austauschen der Ventilatorriernen schnitt ich mich, und beim Heruntersteigen verfehlte ich auf der Leiter die unteren Sprossen, so dass ich mir den Fuss verstauchte. Als ich in die Küche gehumpelt kam, musterte mich meine Frau von oben bis unten und meinte: «Sind das deine guten Hosen?»
ALS ICH neulich zum Einkaufen in die Stadt fuhr, sass schräg vor mir im Tram ein junger Mann, der seinen Walkman so laut gestellt hatte, dass die Musik im ganzen Wagen zu hören war. Einige Fahrgäste schimpften über die Belästigung, doch traute sich niemand, den Jungen darauf anzusprechen. Nur die ältere Dame ihm gegenüber versuchte immer wieder, ihn mit Blicken zu ermahnen. Als er aber auch darauf nicht reagierte, tuschelte sie kurz mit ihrem Mann, der ihr schliesslich einen Gegenstand überreichte. Die Frau stupste den jungen Mann an und zeigte ihm etwas, worauf er unverzüglich seinen Walkman leiser drehte. Die alte Dame muss wohl meinen fragenden Blick verstanden haben, denn sie lächelte mir siegesbewusst zu und öffnete die Hand: Darin lag das Hörgerät ihres Mannes.
WÄHREND einer Abendgesellschaft mit Tanz flüsterte mir mein Mann zu, dass seine Hose aufgeplatzt sei. Ich beruhigte ihn und sagte, ich hätte Nadel und Faden dabei. Nachdem wir dem Personal die Situation erklärt hatten, führte man uns in einen grossen leeren Raum, an dessen einer Längsseite sich Türen zu einzelnen Toiletten befanden. Während ich die Hosennaht zunähte, stand mein Mann dabei und sah zu, bekleidet mit Jackett, Hemd, Unterhosen und - da er farbenblind ist - einer blauen und einer grünen Socke. Plötzlich hörten wir Frauenstimmen näher kommen. Ich öffnete die nächstbeste Tür, schob meinen Mann hindurch und nähte weiter. Eine Gruppe Frauen kam herein, und gleichzeitig spürte ich, wie mein Mann gegen die Tür drückte. Ich hielt sie geschlossen und flüsterte: «Hör auf!» Er drückte weiterhin. Ich zischelte: «Sie sind noch hier!» Darauf er: «Es kann da nur besser sein - du hast mich mitten in eine Hochzeitsgesellschaft geschoben.»
EIN KOLLEGE von mir unterrichtete an einer Sonderschule für verhaltengest@irte Kinder. Einmal sollten die Schüler ihren Lehrer zeichnen. Als mein Kollege sich die Bilder ansah, blieb er auch bei Robert stehen. Der hatte eine winzige Gestalt in die untere Ecke des Blattes gemalt und eine grosse Figur mit ausgestrecktem Arm, die den Rest des Bildes ausfüllte. Meim Kollege stutzte und hat den Jungen, ihm die Zeichnung zu erklären. «Das sind Sie», sagte Robert und deutete auf die Figur in der Mitte, «und das in der Ecke bin ich.» «Aber warum sollte ich denn meinen Arm so weit ausstrecken'?» fragte mein Kollege verwundert. «Bin ich etwa ein Polizist?» «Nein», antwortete Robert. «Das ist Ihr Arm. Ich hoffe, Sie haben mich so gern, dass Sie ihn einmal um mich legen.» Und genau das tat mein Kollege auch.
MEIN Schwager reist für seine Firma viel umher und spricht oft auf Konferenzen. Einmal war sein Flug so verspätet, dass er erst nach ein Uhr nachts an seinem Bestimmungsort eintraf, und um diese Zeit hatte das Hotel sein Zimmer bereits vergeben. Dieses Hotel und fast alle anderen in der Stadt waren voll belegt, doch schliesslich konnte ihm der Direktor noch ein Zimmer in einem etwas anrüchigen Motel besorgen. Am nächsten Tag begann mein Schwager, ein einfallsreicher Redner, seinen Vortrag mit einem kurzen Rückblick auf das, was ihm in der Nacht zuvor widerfahren war. Üeber seine Herberge sagte er: «Heute morgen, vor meinem jetzigen Auftritt, haben einige von Ihnen gesehen, wie ich mein Aussehen im Spiegel der Herrentoilette überprüfte. Das hatte seinen Grund. Es ist nämlich schwierig, sich die Krawatte zu binden, wenn der einzige Spiegel im Motelzimmer sich über dem Bett an der Decke befindet.»
ICH HATTE für meinen kleinen Stiefsohn Henri neue Kleider gekauft Cordhosen, tolle Cowboystiefel und ein schickes Sweatshirt. Eines Abends, als die ganze Familie ausgehen wollte, kam er in mein Zimmer; er hatte seine neue Kluft angezogen und sich das Haar kunstvoll gekämmt. «Du siehst aus wie ein grosser Junge von zwölf Jahren und nicht wie zehn», sagte ich zu ihm. Als ich mich dann auch zum Ausgehen fertiggemacht hatte, musterte Henri mich bewundernd von oben bis unten und meinte: «Du siehst jetzt aus wie 40 statt wie 35!»
EINES Tages, als ich mir den Wagen meines Vaters ausgeliehen und ihm dafür meinen überlassen hatte, hielt mich ein Polizist an einer Strassensperre an. Ich suchte meinen Führerschein aus dem Handschuhfach hervor und merkte, dass darin auch der meines Vaters lag. «Entschuldigen Sie, Herr Wachtmeister», sagte ich zu dem Mann in Uniform, der meine Papiere kontrollierte. «Ein etwa 45 Jahre alter Mann mit Schnurrbart könnte hier in einem blauen Simca vorbeikommen. Es ist mein Vater. Er hat seinen Führerschein in diesem Wagen gelassen.» Als mein Vater nach Hause kam, erzählte er uns aufgeregt: «Ihr werdet nicht für möglich halten, was mir heute passiert ist. Zum erstenmal irn Leben hat mir ein Polizist geglaubt, als ich ihm sagte, ich hätte meinen Führerschein in einem andern Wagen liegenlassen!»
EINE KUNDIN kaufte in unserem Laden eine Hängematte und zog sichtlich glücklich mit dem Paket ab. Zu meiner Überraschung brachte sie es am nächsten Tag wieder zurück. «Irgend etwas nicht in Ordnung?» erkundigte ich mich. «Kaum war ich zu Hause», erwiderte sie, «da fiel mir ein, dass wir ja nur einen Baum haben.»
EIN KOLLEGE erklärte, weshalb nicht Zeichnungen seines Dreijährigen die Wände in seinem Büro schmückten. «Ich kann euch keines der Kunstwerke zeigen», entschuldigte er sich. «Sie sind alle auf der Tapete zu Hause.»
WIR WOHNTEN auf dem Land und hatten einen grossen, prächtigen Schäferhund namens Peter. Der mochte es gar nicht, wenn er allein zu Hause bleiben musste. Eines Tages ging ich zum Coiffeur in den acht Kilometer entfernten Nachbarort. Der Salon befand sich im ersten Stock, und es herrschte viel Betrieb. Doch nach einiger Zeit bemerkte ich, dass es richtig ruhig geworden war. Der Coiffeur äusserte auch seine Verwunderung darüber, dass heute wirklich ungewöhnlich wenig los sei. Als ich fertig war und unten die Eingangstür erreichte, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen. Peter lag in voller Grösse davor und begrüsste mich stürmisch. Er war mir den ganzen weiten Weg nachgerannt, und keine Kundin hatte sich getraut, über ihn hinwegzusteigen.
Im FLUGZEUG sass ich einmal neben einem Komiker, der mir von seiner Karriere im Showgeschäft erzählte. «Wenn die Leute erfahren, was für einen Beruf Sie haben», meinte ich, «wollen sie bestimmt, dass Sie etwas Komisches zum besten geben.» «Das ist mir nur einmal passiert, als ich mit einem Architekten im Flugzeug unterwegs war.» «Und was haben Sie gesagt'?» «Ich habe ihn gebeten, mir ein Haus zu bauen».
MEIN VARER, ein Direktor bei der Canadian-Pacific-Eisenbahn, interviewte einen Bewerber. Der junge Mann wollte sich über alle Anstellungsmöglichkeiten inforrnieren. «Möchten Sie Streckenarbeiter werden?» fragte mein Vater. «Ich weiss nicht», antwortete der Mann. «Was muss ein Streckenarbeiter denn tun?» Nachdem mein Vater es ihm erklärt hatte, sagte er, dass ihm das nicht zusage. «Wie wär's im Bahnbetriebswerk?» meinte Vater und beschrieb, was er dort tun müsse. Der junge Mann war nicht interessiert. «Bremser?» Nein, auch das war nicht nach seiner Vorstellung. Gereizt erkundigte sich mein Vater nun: «Also gut, welcher Job würde Sie denn interessieren?» «Ihrer», erwiderte der Bewerber prompt.
KÜRZLICH entdeckte ich am Strassenrand ein uraltes englisches Fahrrad. Als Liebhaber solcher Velos nahm ich es mit nach Hause und renovierte es möglichst originalgetreu. Dreieinhalb Wochen später radelte ich mit meinem prachtvollen Oldtimer zur Badeanstalt und war gerade dabei, ihn abzuschliessen, als mich ein älterer Herr ansprach. «Wissen Sie, eigentlich gehört dieses schöne Stuck ja mir, es ist meinem Sohn nämlich gestohlen worden. Da Sie aber offensichtlich solche Freude daran haben, dürfen Sie es behalten!»
UNSER neues Bürocomputersystem fiel immer wieder aus. Um aufzuarbeiten, was sich angesammelt hatte, machte meine Kollegin eines Abends Überstunden. Auf der Heimfahrt wurde sie von einem Polizisten gestoppt, weil sie zu schnell gefahren war. «Das ist der Gipfel nach diesem schrecklichen Tag!» rief sie. «Mal geht unser Computer, mal nicht, mal geht er, mal nicht - und nun das!» Der Beamte ging ungerührt zu seinem Wagen, um einen Strafzettel auszustellen. Nach einer halben Ewigkeit kam er mit dem Führerschein zurück. Als er ihn ihr aushändigte, erklärte er lächelnd: «Unser Computer ist ausgefallen.»
MEINE FREUNDIN arbeitet am Schalter eines Postamts in einem Nationalpark. Einmal kaufte in Mann etliche Briefmarken, klebte sie auf Ansichtskarten und schob ihr die Karten zum Abstempeln hin. Sie bemerkte, dass die Karten zwar allesamt adressiert waren, aber sonst unbeschrieben. Weil sie dachte, dem Kunden sei ein Irrtum unterlaufen, machte sie ihn darauf aufmerksam. «Das ist schon in Ordnung», sagte der Mann. «Ich habe allen daheim versprochen, Postkarten zu schicken, aber nicht, dass ich ihnen auch was schreibe.»
ALS UNSERE Telefonrechnung kam, zeigte sich, dass unsere Tochter Katrin ganzstündige Ferngespräche mit ihrem Freund geführt hatte, der in einer anderen Stadt studiert. «Von jetzt an», sagte mein Mann fest, «werden deine Anrufe nur fünf Minuten dauern.» «Aber Vati, was kann ich denn in fünf Minuten sagen'?» jammerte Katrin. «Ruf bitte zurück», antwortete er.
DA ICH an einem See wohne, kam ich eines Tages im Sommer auf die Idee, Regenwürmer an Angler zu verkaufen. Ich tat sie in einen Behälter, den ich zusammen mit einem Schild auf die Terrasse stellte: «Selbstbedienung - Geld bitte in die Schachtel.» Die Kunden kamen und gingen, und zu meiner Überraschung zahlten alle. Einmal hielt ein Mann mit drei Jungen vor dem Haus. Die Kinder liefen zur Terrasse, nahmen sich zwei Dutzend Würmer und legten das Geld in die Schachtel. Ich ging auf den Mann zu und meinte, es sei doch schön, dass es noch so viele ehrliche Menschen auf der Welt gebe. «Gute Frau», erwiderte er, «Angler sind keine Diebe, nur Lügner!»